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Peter Raske


    LYNKEUS DER TĂśRMER

    Zum Sehen geboren,
    zum Schauen bestellt,
    dem Turme geschworen,
    gefällt mir die Welt.
    Ich blick’ in die Ferne,
    ich seh’ in der Näh
    den Mond und die Sterne,
    den Wald und das Reh.
    So seh’ ich in allen
    Die ewige Zier,
    und wie mir’s gefallen,
    gefall’ ich auch mir.
    Ihr glĂĽcklichen Augen,
    was je ihr gesehn,
    es sei, wie es wolle,
    es war doch so schön! 

                       Goethe
     

Weitere Gedichte


    DER VERSCHWENDER 

    Ein Mensch, der ein sehr hohes MaĂź
    von reiner Leidenschaft besaĂź
    vermeinte, dass bei so viel Gnade
    es vorerst weiter gar nicht schade,
    so ab und zu in kleinen Summen
    die Zinsen quasi zu verdummen.
    Die Liebeleien wurden häufig,
    Verschwenden wurde ihm geläufig.
    Noch hab’ ich, kommt das Glück einmal,
    so dachte er, das Kapital!
    Die Liebe kam dann, unvermutet,
    die wert ist, dass man dafĂĽr blutet.
    Der Mensch griff tief in seine Seele –
    Und merkte plötzlich, dass sie fehle.
    Zwar fand er noch, als Mann von Welt,
    in allen Taschen Wechselgeld,
    doch reichte es fĂĽr Liebe nimmer,
    nur mehr fĂĽr billige Frauenzimmer  . . . 

                             Eugen Roth