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Peter Raske


    SO UND NICHT ANDERS 

    Die Menschen kümmerten mich nicht viel,
    eigen war mein Weg und Ziel.

    Ich mied den Markt, ich mied den Schwarm,
    andre sind reich, ich bin arm.

    Andre regierten (regieren noch),
    ich stand unten und ging durchs Joch.

    Entsagen und lächeln bei Demütigungen,
    das ist die Kunst, die mir gelungen.

    Und doch, wär’s in die Wahl mir gegeben,
    ich führte noch einmal dasselbe Leben.

    Und sollt’ ich noch einmal die Tage beginnen,
    ich würde denselben Faden spinnen.

                     Theodor Fontane
     

weitere gedichte


    DIE ALTEN UND DIE JUNGEN

    „Unverständlich sind uns die Jungen",
    wird von den Alten beständig gesungen;
    meinerseits möcht' ich's damit halten:
    "Unverständlich sind mir die Alten."
    Dieses Am-Ruder-bleiben- Wollen
    in allen Stücken und allen Rollen,
    dieses Sich-unentbehrlich-Vermeinen
    samt ihrer "Augen stillem Weinen",
    als wäre der Welt ein Weh getan –
    ach, ich kann es nicht verstahn.
    Ob unsre Jungen, in ihrem Erdreisten,
    wirklich was Besseres schaffen und leisten,
    ob dem Parnasse sie näher gekommen
    oder bloß einen Maulwurfshügel erklommen,
    ob sie, mit andern Neusittenverfechtern,
    die Menschheit bessern oder verschlechtern,
    ob sie Frieden sä'n oder Sturm entfachen,
    ob sie Himmel oder Hölle machen –
    eins läßt sie stehn auf siegreichem Grunde:
    sie haben den Tag, sie haben die Stunde;
    der Mohr kann gehn, neu Spiel hebt an,
    sie beherrschen die Szene, sie sind dran.                    

                          Theodor Fontane